Medizinisches Cannabis: Nebenwirkungen und Risiken
Eine sachliche Behandlung umfasst neben dem möglichen Nutzen auch Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und den sicheren Umgang im Alltag.
Cannabisarzneimittel können unerwünschte Wirkungen haben. Wir erklären, worauf es bei ärztlicher Begleitung und einer persönlichen Nutzen-Risiko-Abwägung ankommt.
Warum eine Nutzen-Risiko-Abwägung dazugehört
Wie bei anderen Arzneimitteln hängt auch bei medizinischem Cannabis die Entscheidung von der einzelnen Person ab. Eine Behandlung sollte ein klares Ziel haben und im Verlauf darauf geprüft werden, ob der erwartete Nutzen die möglichen Belastungen aufwiegt. Vorerkrankungen, Alter und weitere Arzneimittel können dabei bedeutsam sein.
Welche Nebenwirkungen auftreten können
Berichtet werden unter anderem Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Übelkeit sowie Veränderungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Stimmung. Häufigkeit und Stärke sind je nach Präparat und Person unterschiedlich. Klinische Studien zu chronischen Schmerzen fanden etwa mehr Schwindel und Benommenheit bei bestimmten nicht inhalativen Präparaten als unter Placebo. Das ist ein Grund, Effekte sorgfältig zu beobachten.
Wechselwirkungen und individuelle Risiken
Cannabinoide können mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Teile deiner behandelnden Fachperson daher auch mit, welche nicht verschreibungspflichtigen Mittel oder Nahrungsergänzungen du einnimmst. Eine persönliche Beratung ist besonders wichtig, wenn relevante psychische oder körperliche Vorerkrankungen bestehen, du schwanger bist oder stillst, oder du dir bei der Verträglichkeit unsicher bist.
Aufmerksamkeit und Straßenverkehr
THC kann Reaktion, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung beeinträchtigen. Die Beeinträchtigung kann auch nach dem unmittelbaren Einnahmezeitpunkt fortbestehen. Ob jemand fahrtüchtig ist, lässt sich nicht pauschal anhand einer festen Wartezeit beantworten. Fahre nicht, wenn du dich beeinträchtigt fühlst, und besprich Fahrtüchtigkeit und geltende Vorschriften mit medizinischer Fachperson. Die Einnahme eines Arzneimittels hebt die Pflicht zu sicherem Verhalten im Verkehr nicht auf.
Was tun bei Beschwerden?
Notiere neue oder stärker werdende Beschwerden und wende dich an die verordnende Praxis oder deine Apotheke. Verändere die Anwendung nicht eigenständig. Bei einer schweren oder plötzlich bedrohlichen Reaktion suche unverzüglich medizinische Hilfe.
Häufige Fragen
Ist medizinisches Cannabis nebenwirkungsfrei, wenn es ärztlich verordnet ist?
Nein. Eine Verordnung bedeutet, dass eine medizinische Prüfung stattgefunden hat; Nebenwirkungen und Wechselwirkungen können trotzdem auftreten. Melde Veränderungen der behandelnden Fachperson.
Darf ich nach der Einnahme Auto fahren?
Das hängt von individueller Wirkung, Zeitpunkt, Präparat und rechtlichen Vorgaben ab. Wenn du dich beeinträchtigt fühlst, fahre nicht. Lass dich ärztlich zur Fahrtüchtigkeit beraten und halte die geltenden Vorschriften ein.
Kann ich Cannabis mit Alkohol kombinieren?
Alkohol kann die Beeinträchtigung durch THC verstärken. Besprich solche Risiken mit einer medizinischen Fachperson und kombiniere Arzneimittel nicht eigenmächtig.
